Vom Urlaubsort am Edersee ging es am Donnerstag, den 12.8.10 , ins gut 50 km entfernte Auestadion zu Kassel. Die Anfahrt wurde mit meinem Vater bewältigt und ein guter Parkplatz in der Nähe des neuen Clubheims, wovon bisher aber lediglich nur das Fundament vorhanden ist, wurde dann auch schnell gefunden. Auf dem Weg zum Stadion konnten wir noch das Stadion der Kassel Huskies begutachten, welches direkt an der neuen Haupttribüne des Auestadions lag.

Die Karten für 12€ (10€ ermäßigt) gekauft und den Eingang schnell passiert, schon waren wir auf der Gegengrade, wo man dann den ersten Blick auf die Scena Chassalla erhaschen konnte. Schade, dass wir nicht in der Nordkurve standen, denn so blieb mir ein kurzer Besuch am Fanstand verwehrt. Doch der Urlaub steckt einem tief in den Knochen und man freute sich mal, 2 Std. ruhig sitzen zu können ;-)

Die Zeit bis zum Einlaufen verging recht schnell. Vor dem Anpfiff wurde Jens Rose noch geehrt, der sich auch schon zum Thema Regionalligareform geäußert hat. Zeitgleich gab es auch noch eine Choreo der Kasseler zu sehen. Zwei Spruchbänder mit der Aufschrift „ Jetzt oder nie“ und „ Jetzt erst recht“, was auch die Hauptaussagen im Vereinslied sind, wurden mit roten und weißen langen Luftballons abgerundet. Komischerweise erblickte man zu dieser Zeit auch zwei blau-schwarze Fahnen direkt neben der Choreo, wo wir uns dann überlegten, ob es eine neue Freundschaft in Kassel gibt ;-) Wie sich herausstellte waren es aber die Weidener, die wohl die Nordkurve ordentlich aufmischen wollten… Auf jeden Fall waren sie auch schnell wieder weg und für uns erstmal aus dem Blickfeld.

Die Schiedsrichterin, auf die ich nochmal zu sprechen komme, pfiff an und das Spiel beginn. Die hohen Erwartungen der Kasseler Fans und des Vorstandes konnte wir nicht verstehen, denn das, was man sah, war eher ein klassisches „Not gegen Elend“ als ein „Mythos Hessen Kassel goes to 3. Liga“…

Nach 15 gespielten Minuten kamen dann die Gästefans in ihren eigentlichen Block direkt gegenüber von uns, wo sich auch die eigentlichen feinen Haupttribünler breit gemacht haben, da „ihre“ Tribüne ja noch im Umbau ist.

Nach einem Abwehrfehler in der 17 Min. von Kassels Asaeda stand Ralf Egeter goldrichtig. Aus drei Metern drückte er den Ball unter die Latte. Darauf folgte ein Highlight des Stadionsprechers, der bei der Tordurchsage den Torschützen nicht erkannte und ihn dann einfach „Unbekannt“ nannte :D Kassel antwortete mit wütenden Angriffen, aber die SpVgg-Defensive hielt. Jedoch nur bis zur 26. Minute: Wieder über rechts kam Asaeda bis zur Grundlinie durch. Seine Flanke fand in Tobias Damm einen dankbaren Abnehmer. Der KSV-Stürmer kam völlig frei zum Kopfball und ließ dem Torhüter keine Abwehrmöglichkeit.
Das Spiel plätscherte vor sich hin und die Halbzeit wurde mit Stadionwurst testen verbracht. Positiv anzumerken ist hier das Halbzeitprogramm. Schlicht ein wenig Fußballmusik und zwischendurch ein paar Werbeslogans vom Stadionsprecher von beheimateten Firmen. Da kennt man definitiv schlimmeres. In der Pause mussten die Weidener ihren Block auch schon wieder verlassen, da, so wie wir spekulieren, es den feinen Herren und Damen wohl zu laut war, weil ca. 10 Leute inkl. Trommel ab und zu ein Liedchen anstimmten. So wurden sie also auf die andere Seite der Haupttribüne geschickt, wo sie dann auch ihren Pro-Regionalliga-Reform-Banner präsentierten.

Nach dem Seitenwechsel wurde Einbahnstraßen-Fussball gen Weidener Tor fabriziert. Weiden konnte spielerisch nicht mehr mithalten und setzten auf Einsatzwillen und Konter, die aber zu harmlos ausgespielt wurden.
Mitte der zweiten Hälfte riss der Spvgg-Keeper den heran rennenden Stürmer um, was die Schiedsrichterin aber nicht ahndete, worauf der komplette aktive Nordkurven-Block laute „Hure, Hure“ Sprechchöre durchs weite Rund erschallen ließen. Sowas sorgte bei uns und weiteren Zuschauern nur für ein Kopfschütteln. Ob diese Rufe auch gegen einen männlichen Schiedsrichter zu hören gewesen wären…?

In der 80.Min. gab es noch einen kleinen Lacher für alle. Ein Klärversuch eines Löwenverteidigers traf den 2m entfernten Kollegen, der daraufhin spektakulär zu Boden ging.

Die 86. Min. wurden alle Rot-Weißen erlöst, als Damm erneut richtig stand und den Ball zum 2:1 im Netz platzierte.

Resümiert kann man sagen: hübscher Ground, schlechter Kick, gute Wurst, netter Abend.

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