Der Fußballmarathon rollt langsam auf uns zu und anstatt die kleine fußballfreie Zeit zu „genießen“, setzte ich mich aufs Rad und radelte 6 km bis ich den Sportplatz in Schuby erreicht hatte. Der VfB Schuby spielt in der Verbandsliga Nord-West und ist mit 7 Punkten Abstand zu den Abstiegsrängen auf Platz 13. Der TSV aus Rantrum ist 32 Punkten jenseits von Gut und Böse auf Platz 9.

Der Sportplatz ist auf drei von vier Seiten von Hügeln umgeben, die letzte Seite ist vom Vereinsheim inklusive Umkleiden und einer Garage besetzt. An beiden Seitenlinien waren Werbebanden installiert, während die Torauslinie beim Vereinsheim noch 2 Parkbänke aufweist, die dann auch von 10 der insgesamt ca. 70 Zuschauer genutzt wurden. Beim Betreten des Platzes setzte sich mein Gesicht ein leichtes nostalgisches Grinsen auf, da auf diesem Platz einer der ersten Auftritte unserer Gruppe war, bei dem vorher noch gegrillt wurde und nach dem Spiel das erste Mal ein Hauch von Pyro verwendet wurde. Trotz wolkenlosem Himmels war es doch recht kühl und so wurde das Radoutfit durch Jogger und Windbreaker ersetzt. Vorurteils-Ultra pur ;-) . Tatsächlich musste ich Eintritt zahlen, was sich aber bei so vielen Toren im Endeffekt doch gelohnt hat. Ein Stadionheftchen gab es sogar noch gratis dazu.

Schnell noch ein paar Fotos gemacht und dann ging es auch schon los. Die Farben der Trikots wussten zu gefallen. Schuby in Schwarz-Weiß und Rantrum in Weiß-Schwarz. Da wäre ja beinahe Alslevatmosphäre aufgekommen ;-) Das Spiel begann recht flott und schon nach 4 Min stand es 1:0 für die Hausherren. Schnell über Außen gekommen und dann in der Mitte eiskalt vollstreckt. Nach 8 Min sorgte ein abgefälschter Volleyschuss für Gefahr vor dem Rantrumer Tor, worauf der TSV die Antwort gab und in der 10. Min das Leder nach einer Ecke aus der Drehung knapp am Kasten vorbeischoss. Es kam Schlag auf Schlag, denn Schubyer sorgten in der 12. Min durch eine Bogenlampe für ein leises Raunen. Im Gegenzug schoss ein Rantrumer den Ball im Fallen ganz knapp am Gehäuse vorbei, Abstoß. Nach einer Viertelstunde sorgte der Olof Mellberg von Nordfriesland durch seine Flanke aus dem Mittelkreis inklusive Verlängerung für die nächste Chance zum Ausgleich. Die Rantrumer kamen dann nur noch einmal vor das Tor ehe es 2:0 für den VfB hieß. Ganz cool ließ der Stürmer einen Verteidiger stehen und haute das Ding aus 17m flach in die Ecke. Dieser Treffer machte die Hintermannschaft der Hausherren sicherer und so blieb endlich Zeit das Spiel mal länger als 5 Min zu verfolgen ohne Notizen zu machen. Da hätte ich mich aber beinahe zu früh „gefreut“, denn nach 36 Min wurde der neue Spielstand von 2:1 durch ein wunderschönes Eigentor (Ecke, kurzer Pfosten, drübergehauen. Klassiker!) erzielt worden, was dann auch der Halbzeitstand war.
In der Pause wollte ich den altbekannten Bratwursttest machen, leider bot das Vereinsheim nur Bockwurst und das sind mir keine 2€ wert. Auf dem Weg zurück zu meinen Platz ist mir noch das kultige „Manni´s Wurst- und Frikadellen-Tempel“ Schild aufgefallen und digital verewigt. Schnell noch einen Blick ins „Angriff – Club 250“ geworfen und schon ertönte der Pfiff zur zweiten Hälfte.

Ehe man sich versah, stand es nach 4 Min nach dem Anpfiff 3:1 für Schuby durch einen wunderschönen Schnitzer des Außenverteidigers. Er schoss den Freistoß am eigenen 16er mit sensationellen 20 km/h flach 5m weit bis der Schubyer den Ball hatte und schnell in die Mitte spielte, wo einer der „Brüllaffen“ einnetzte. Bei fast jedem Zweikampf gab es mehr Geschreie als aus dem Kinderwagen 10m neben mir. Nach gut einer Stunde vollführte Schuby den Schalker Kreisel (fast) perfekt, weil der Keeper noch eingreifen konnte. Eine Minute später hörte man wieder einen Aufschrei, diesmal sogar im 16er der Nordfriesen, doch der mittelmäßige Schiri ließ weiterspielen, was dann auch noch richtig gefährlich wurde, aber ein Verteidiger konnte den Ball noch von der Linie kratzen. Auf der anderen Seiten fiel dann postwendend das 3:2 durch einen Freistoß, der von der Mauer abgeblockt wurde, der Torwart aber schon lag, sodass es ein leichtes Spiel für den Rantrumer war, die Kugel über die Linie zu treten. Die Rapidviertelstunde begann mit einer Großchance zum Ausgleich. Rantrum kam schnell über links und flankte ein wenig zu hoch, denn der Stürmer brachte zu wenig Druck hinter den Ball, sodass er 10cm zu hoch stieg. Schuby machte es im Gegenangriff besser und erzielte nach einem Einwurf und gutem Doppelpass das 4:2. Ein weiteres Gruppenmitglied erschien dann 10 Min vor Schluss. Jetzt kann ich doch noch vom Singular zum Plural wechseln. Wir sahen dann nach kurzer Begrüßung das 5:2 für den Gastgeber. Ein feiner Pass in die Gasse erleichterte dem Torschützen die Vollstreckung ungemein. Der Schiedsrichter pfiff auf die Sekunde genau ab, wofür sich der Linienrichter auf unserer Seite bestimmte bedankte, denn die „wilde Meute“ hinter ihm wurde doch bei der ein oder anderen Abseitsentscheidung (zurecht) etwas lauter.